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Poèmes à la carte
Spontane Postkartengedichte

· Chronisch zyklischer Zynus · (164 - 222) ·

· Die Phönix Sequenz · (223 - 288) ·

· Kaleidoskop der ominösen Spiegel · (289 - 399) ·

· Funken im Ring(en) des Schweigens · (400 - 510) ·

· Von hinter dem Vorhang · (511 - 576) ·

Poèmes à la carte sind Gedichte, die aus Wortfolgen entstehen,
die mir während des Tages durch den Sinn schweben
und die mir als wert erscheinen, festgehalten zu werden.
Ich schreibe sie spontan auf die Postkarten,
welche ich Ende der neunziger Jahre unter der Bezeichnung
"Astronautilus Effect Cards" hergestellt hatte.
Sie müssen nicht zwingend einen echten Sinn ergeben,
müssen nicht zwingend den Regeln der Dichtkunst entsprechen,
müssen nicht zwingend schön oder gut sein.
Das heißt, ich weiß selbst nie so genau,
welche Überraschung am Ende dabei herauskommt.

  •  •  •   P.S.   •  •  •  

Und wie es sich für Postkarten geziemt,
haben einige Karten der Serie inzwischen
die ganze Welt bereist.
Definitiv gibt es irgendwo auf jedem Kontinent,
außer vielleicht in der Antarktis,
mindestens ein Exemplar zu sehen.

Poèmes à la carte - 01
Je nach Geschmack
Die Sonne oder den Mond anhaltend,
ein absolutes Sowieso von nachhaltigster Wirkung
und plötzlich reimt sich
eines zum anderen.
Wie das paßt, wie das paßt, wie das paßt.
Vorsicht, Hellseher am Werk!

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 02
Schon beim Hereinkommen war klar,
daß man von vornherein entrechtet war.
Und was ist launischer als Tinnitus?
Wahrscheinlich die Symptome begrenzter
Wahrnehmungsfähigkeit.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 03
Es scheint als grassiere ein Fieber
Da wo die Welt ins Feuer schritt
Da wo ein Stein ins Erdreich schnitt
Da wo die reife Frucht vom Baume fiel
Der Hase schlägt den eleganten Haken
Jetzt wenn ein Mensch über die Straße lief
Jetzt wenn ein Klang dich traf
Jetzt wenn ein Blick dich traf
Ja es grassiert wohl ein Fieber
Unzyklisch, arhythmisch
Vielleicht sogar sinnlos

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 04
Der elementare Nullton
ist ein Allschall
im Zentrum des Geschehens
In der Natur ist man bereits
am Ende dieses Apfels (angelangt)
So in etwa könnte sich ein
echtes Psi anfühlen
Was sonst als der Zufall
ist los?

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 05
Es ist der Träumer, der die
Wirklichkeiten sieht und fühlt.
Orpheus, der sich mit seiner
Stimmengabel selbst ersticht.
Es ist der Traum, der sich durch
die Finsternis wühlt.
Ein natürliches Meisterstück.
Das Große im Ganzen.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 06
Ich sage immer die Wahrheit!
Gleich wie man’s dreht
und wendet.
Der Vogelmann ist
Vogelmann geworden.
Kann man ein guter
Schauspieler sein
und trotzdem ein schlechter Lügner?

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 07
In der Anatomie liegt
soviel Pseudo
Wenn man es bloß vergißt
Den Geist bis zur Unkenntlichkeit
verstümmelt
Die Blutbox ohne Alibi
verklappt

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 08
Wie oft kann man sich selbst be
gegnen, ohne sich zu erkennen?
Und noch ...
Der Versuch zu landen könnte
Kopf oder Kragen kosten.
Wer zahlt der zahlt.
Und so ...
Es ist das Einzige
was zählt.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 09
Tongestalten und Klangkörper
da trollen sie sich für
Karamellen wie die Scarlet
zur Zerstreuung der Zeit
und ihrer vielfachen Schleier
der vollkommenen Zeit und
ihrer vielfachen Schleier

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 10
Wo der Wind wohnte da wohnte
auch das Bilderbuch des Unbewußten
wo Chimären mit Chimären ohne
Umschweife verkehren und das mit
ganzer Hirngabe. Und immer
schwappt der breite Ozean an
abgelegenes Land heran. Seltene
Sachen, die einen sprachlos machen.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 11
Utopie ist keine Utopie mehr.
Gutes altes Haus, du kennst so
deine rücksichtslosen Rituale.
Gestern noch war alles anders.
Bei aller Künstlichkeit.
Es ward gewußt!
Es ist gewußt!
Und es wird gewußt worden sein!

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 12
Soweit die Liebe reicht
soweit reicht auch die Rache
Man muß ihn stoppen den Strom
Wenn sich Sonne und Mond
zur gleichen Zeit verfinstern
Alles andere ist
eine herbe Enttäuschung
Die Luft ist heiß dazwischen

Poèmes à la carte - 13
Etwas Blaues liegt
auf der Straße
Es ist von keinerlei
Bedeutung
Man läßt es liegen
denn es glänzt nicht
wie die Verzerrung
des Unmöglichen

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 14
Auf der Suche nach den schwachen Punkten
Die Natur natürlich an den Kurbeln
Vögel von historischer Tragweite
Die Äthernull von Geist geschwängert
Das heiße Molekülchen Wahrheit
Und Quarz betrifft uns alle
wie das ausgemachte Gegenteil
Es gibt sie nicht!

Poèmes à la carte - 15
Es bedarf schon enormer
Einbildungskraft
Hier genügt uns der flüchtige
Kitzel in die Hypophyse
Das Radio und seine wilden Zuckungen
Das makabere Laichen der Lachse
Die geduldigen Dornen der Rosen

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 16
Spinne
auf der Sessellehne
Looping auf der Piste
Alles macht Sinn dann wenn
es in die Zeit fällt und mit dem
Unterbewußtsein kollidiert wo der
Mond jeweils die Farben wechselt
und wird damit nie fertig
Ich weiß ja auch nicht warum
Teeblätter rascheln!

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 17
Die Stille im Tohuwabohu
erkennt man an der Melodie.
Unter den Lichtern erreichten uns
Berge von Herzen. Ein anderer
pfiff auf Zellophanpapier
um sich aus allen Teufels
Kreisläuften zu lösen.

Poèmes à la carte - 18
Entglitten einer Schräge
gerade als der Zufall kam
nach Plan um Planes Willen
eines Drachen scharfer Atem
sticht in Stein und Bein
der Aschenflug ist nicht zu bremsen
und ungeahnten Kräften ausgesetzt
die Fliege die ein Elephant gewesen war

Poèmes à la carte - 19
Gehirn und Meerrettich zermartern
Glas in Glas verschränkt
mein nächster Tod
nicht ungefährlich
Aber seien wir mal ehrlich!
Man muß es einfach nur
geschehen lassen
All, es lächelt freundlich
und verschenkt das Selbst
verständlich
Knobl ... esse obligue!

Poèmes à la carte - 20
Hexentempel Bürgersteig und
Marionetten bei den Füßen
beginnend die wärmende
Sonne zielstrebig und elastisch
Glück verheißender Vogel
Cassiopeia steht Kopf
Jupiter das Auge der Schlange
Unmöglich nervös zu werden

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 21
Deliriös vom Leder ziehendes Fahrrad
woran man sich erinnert Liebe
wie ein Schwarm von tausend Fliegen
auf einer Bank von Linden grünen Riesen
Sterne wie sie dich verfolgen bis ans
Wasser der Insel der Jugend das alte
Textil trägt den Bauch voller Scheiße
und schwappt und schwappt stets
über die Massen

Poèmes à la carte - 22
Die Erde entscheidet
Das Phantom gehorcht
Und bekam Ohren wie ein Luchs
Wer jemals auf einem Fliegen
Pilz geritten ist, der weiß wenn
die Wildnis ruft, dann muß geflogen
werden. An keiner Kreuzung muß
man hier seine Seele verkaufen
Das Non-Stop-Mobile
Man braucht nur zu ...

Poèmes à la carte - 23
Als der Mond raste hatte
natürlich Mensch keine Chance
nach Gelegenheit zu greifen weil
er das All nicht kannte weil
er selbst doch nicht rannte weil
er sogar schlief um besser
Zeit zu verlieren das wollte
schließlich gelernt sein

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 24
Unter Fluten
streben die Gestrandeten
nach ihren Schätzen
Das große Reibungslos gewinnt
um eines Haares Breite
Hatten wir schon das Vergnügen?
Stimmentfremdend
Lücken füllen

Poèmes à la carte - 25
Krater ohne Echo
Der Unflätigen Hinwurf Ziel war es nicht
zu diffamieren
Sie sahen die Wahrheit sie hatten kein Ziel
behaglich war nur das Flanieren
Und köstlich der Dunst der ironischen Speisen
kein Röstchen schockiert die Ameisen am Eisen
Das Fluidum der Wälder vom herbstlichen Schnaub
wirft um mit Applaus sich
wirft um mit Ablaub
und mit Verlaub, ach
wer fragt schon danach
10/09/2014 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 26
Für die ideale Raumaufteilung gilt
lungernd bis zum Erdrücken die
sympathische Schräge am Klavier
magnetischer Ausstrahlung. So entstehen
ungeahnte Differenzen zwischen den
einzelnen Scheiben der Doppelkekse
von obsoletesten Strukturen halb zerschlagen
Der kleinste Mund genügt uns
schon für schallendes Gelächter

Poèmes à la carte - 27
Breitflächig die Großstadt
originales Licht für eine neue Welt
mit der Besinnung auf das Esentliche
Die kleinen Hürden des Alltags
Unbewußt ein neidisches Vieh im
Wege steht zerschossen räkelnde Haut
drückt mäl äüf dïë Tübe mit den
wässerigen Augen für viel heiße Luft
sintemal siderisch wie an Fäden

Poèmes à la carte - 28
Atem beraubende Passagen irgendwo
versteckt in unwirklichen schönen Stimmen
gleitend auf den festen Böden von Orten
gebildet aus fertig transparenten Brettern
darauf die heulenden Berliner Wölfe
verwirrt von herzerwärmend warmem
Tee der sich über weites Land
ergießt das keine Grenzen kennt.
Ein Gruß hier an den Herrn des Friedens.
02/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 29
Verdammter Fluchverkehr
Einerseits kann man garnicht genügend danken
aber andererseits ist es nicht sehr erbaulich
mit anzusehen wie sich jemand unnötig quält
aus falschem Stolz und eitler Verletztheit
geschlagen sind wir alle worden
gebogen und zu knicken hat man uns versucht
doch sind wir zähe Leder
woran sich mancher Wolf
schon einen Wolf hineingebissen hat
02/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 30
Voll sinnlos, denn ich glaub ick
spinne mit dem Mond mir im Rücken,
begleitet von fliegenden Blättern,
welche über Jahre hinweg schon in Unruh
sich halten, manche bisweilen sogar fast
dämonisch ausgeprägt zum Lachen aufgelegt,
trotzdem ein Lachen für das fröhliche
Treppensteigen der Tauben,
für die gebrannte Hand das blaue Handtuch.
04/03/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 31
Die Schädelspaltung des Aquariums,
darüber spricht dann auch keiner mehr,
um soviel schöner als eine Muräne
ist der Anblick des Essens.
Ein jeder verrät sich nur durch seine Worte.
Jeder scheint auf seine Art ein bißchen subversiv,
die Psyche verändert sich kaum.
Gestreifte Pullover sind kommunikativer.
So Kopf an Kopf.
06/03/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 32
Kopf an Kopf durch unräumliches
Verrenken abstrakt wie ein paar
Kinderwagen, Kinder wagen alles
wo die Leute lange Ohren haben. Blau
preferiert, die ruhige Farbe, wenn
jeder noch so kleine Wunsch von außen
her blockiert wird. Meer fließt in den
Himmel, Himmel fließt ins Meer.
24/03/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 33
Liebend gerne liebend ist der Leib
in den Prinzipien verankert den
Zwiespalt des Leidens, der Geruch der
wilden, freien Pferde, unglaublich
dämonisch wie der blanke Abscheu
dieser vielen Einsamkeiten. Alleine,
die verlorene Phrase. Man spielt
doch nicht mit einem toten Mann verstecken
und läßt alles stehen und liegen für einen
Spaziergang in das ungewisse Vogelland.
26/03/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 34
Jene Geschwisterschwüle das Meer steigt
frischgerüchlich durch die abendlichen
Straßen höchst unpersönlich gleichdem
wandlungsfähig wie die Dioskuren hinter
verschlossenen Türen ihre Federn rütteln
stürzende Mesmerismen reißen alles
mit sich in den frühen Nachmittag
vor der Premiere. All, es fliegt uns
ziemlich wild um die verstopften Ohren.
31/03/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 35
Schamanische Grüße in Rosenquarz und
Wasser übermittelt hier ein Interview im
frischen Wind den selbst ein Professor NoLedge kennt
der noch niemals in die Niagarafalle ging trotz
der verführerischen Koreolisstrahlung die allden
leichtfertig zerstreuten in flutenden Rahmen
versammelt in Dichte endlich auflöst zu grauem
Nichts. Beinah alles was da fliegt muß
irgendwann unweigerlich auch landen
Vibrierender Körper unwiederbringlich
die Ringeltauben.
05/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 36
Glühende Planeten, die ihr Feuer frei verschenken.
So wie das Pendel dann fruchtet und einen Traum bald verriet.
So dröhnt es in den Ohren unüberhörbar,
das Geschrei stummer Klagen, mechanisch
nach vorne sich preschend die hoch
gradig gestörten Pangraven; Zeit.
Zeit auspressend für die allerschärfste Bombe; Zeit.
Zeit, die so wird wie sie ist.
Ein unbarmherziges, aber wundervolles Instrument.
Wer es zu spielen versteht!
Wer es ehrlich zu spielen versteht!?
Der kennet die höchsten und die tiefesten Töne?!
09/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 37
Ein alter Dachs durchstreift die
wahrsten Sinne des Ortes. Die dritte
Feder, gehörig ins Bockshorn gejagt.
Sim und Salabim! Manchmal ist es
schwer zu sehen was ich verstehe. Eine
Biene tanzt den Tanz der Fruchtbarkeit
zu Füßen hölzern ungelenker Götter.
Nachtvogel fliegt geräuschlos in die
Dunkelheit der Gassen. Viel zu logisch
der Bruch mit den freundlichen Reaktionen.
Ein jegliches Gefühl hat subjektive Werte.
12/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 38
Hitchhike & Vomit; Füchse wie gemalt,
bezeichnenderweise in allen erdenklichen
Lagen, lügen für des Satans Tango, kommt
hier nicht in Frage. Zum Glück, man kann
sich Träume an die Ohren kraulen. Alltags.
Ausbruch, wohin nimmt es mit sich? Wohin?
Wohin mit diesen freundlich abgespreizten
Worten? Warten will gelernt sein, das
Popcorn verdoppelt sich rasch.
Zäh fließt die Zeit in den Pausen.
Es ist zum Kotzen!
12/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 39
Zum Glück ich seh das Komische darin
Zum Glück gehört zu manchereines Pech
auch Glück
Und wenn man es nicht weiß
dann hat es seinen Zweck erfüllt
Dahin
Die Fessel aller Menschlichkeit
Urannüsse bluten möglichst nicht
Dumm und demagogisch ist
nach einer halben Stunde all
das erledigt
was Tage und Wochen an Vorbereitung
aus den Gedanken fraß
Oh Meisterin der Düfte
Zum Glück
13/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 40
Achtung, es gibt sehr viel Milch!
Die neuen Methoden der Verteilung wirken
verheißungsvoll. Im Feinen unterscheidet
sich das Veilchen kaum von allen Rosen,
die man je gesehen. Der Nachhall frühen
Wolfgeheuls bringt ganze Treppen zum
Stillstand. Auf einmal geht die nicht
mehr weiter, und so. Ob man es jemals
erfassen kann? Bittende Hände. Zum
Schluß vollends in Verständislosigkeit
versacken.
14/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 41
Besser ist, man lebt auf einer Wiese
voller Gänseblümchen,
als in Entkräftung halb beeindruckt.
Psychosomatisch war die
Rache der angeschlagenen,
flügellahmen Regenbogenforelle.
Alles war voll mit Gammelmetallen
und der Markt voller lang
gezogener Hälse
und nichts war so
lächerlich wie die Gerüchte
vom permanenten Druckausgleich,
der sich mit affenartiger Geschwindigkeit herandrängt,
wie ein kopflos abgemachtes Huhn
in quickrotzfrechen Kleberitzen.
Besser ist, man lebt auf Wiesen.
Let me have a luck!
17/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 42
Tulpenroter Sonnenschirm von Wind getragen
und Gedanken.
Sie verstehen es nicht,
wie der Trick funktioniert
mit den natürlichen Gewalten.
Und also füllen sich die blutleeren Straßen
und der Irre rennt wie blöde
hinter den Phantomen her.
Es darf gerätselt werden
welche Farbe
ganz bestimmte Beine haben.
Und hinter welchem Zweck verbirgt sich
diese Menge
reizend schaler Freudenworte?
Genießerisch schwelgen die Narzissen sich
im weichen Licht des Frühlings.
Ein Himmel blau.
19/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 43
Jäh nach dem
Nach dem Essen schlafen,
nach dem Schlafen essen, nachdem
Schlafen schlafen, nachdem Essen nach
dem Schlafen, nachdem Essen essen,
nachdem, Essen schlafen, nachdem,
nach dem Schlafen schlafen, Essen essen,
nachdem Essen essen Schlafen, nachdem
Schlafen schlafen Essen schlafen Schlafen,
nach dem Essen schlafen, nach dem
Schlafen essen, essen, essen, schlafen.
Je nachdem...
19/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 44
Pfeife ein Lied!
Erlebe das Lieben!
Der würzige Duft frischer Kirschblüten.
Seltener als Primeln sind die Fledermäuse.
Gesprächigkeit von hohem Maulwert.
Fische fangen in unvorhersehbaren Kellern.
Ein pfundweises Espressolächeln.
Vor dem inneren Auge das rasante Gleiten
eines Bussards im Aufwind.
Für die, für die es nie zu spät ist
Der würzige Duft frischer Kirschblüten.
Das Lieben erleben.
Pfeifen, ein Lied.
20/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 45
Welcher Geist die Türen öffnet, bleibt
zunächst mal unklar. Die Nase funktioniert
noch einwandfrei, als ob sie wüßte. Die Sau
bewegt sich heute nicht vom Fleck. Fliehkraft
und Flohnot. Die Saga, die sich episch vor
der Zeit gelagert daran festhält drängt hervor,
die eine oder andere Sauerei bedeckt den nahen
Himmel mehr als spärlich. Ein Geräusch, das alle
Welt verrückt macht, ein Gestank, der unentbehrlich
jede Menge Raum einnimmt.
Da also haben wir es wieder!?
22/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 46
Mich laust der Affe, wie ein flüchtiger
Traum, dreifach martialisch solche Sanftheit
scheinbar längst vergangener Sphären, Vibra,
Vibra, Vibrationen, das potent geheime Tier
geht um, damit Musik den Kreis beströmt, dem
aufgeschlossenen Ohr zu frönen. Wasser
fließt zusammen. Einfach. Mein ungarisches
Café in Rauch und Sonnenschein. Ob wohl
Sasa fraß Orangen einst in Katmandu?
Bücher riechen meistens kaum nach ihrem Inhalt.
24/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 47
Immer Freitags trieben sonderbare Wesen
zwischen den beseelten Lichtern
einer Geist verliebten Bar
die armen Kaffeebohnen zur Verzweiflung.
Andernorts gebrannte Fensternischen
doch der davorsteht wußte davon nichts.
Das waren noch Zeiten als es halswarm brannte
und das geklaute Mandeleis,
es schmeckte beinah doppelt mal so gut.
Oder waren es nur zwei verschiedene Sorten?
Und den anderen Spezialisten ging es furchtbar prächtig.
Sowat kennste ja ooch!
26/04/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 48
Kaltes Wasser wird schnell heißer
wenn man's kocht
Gelocht ein Stück Papier in alten Falten
Erinnerungen zum behalten
Vergessen zum vergessen auch
Es löst sich auf
in Schall und Rauch
ein jedes Leben irgendwann
Das Jaulen eines einsamen Hundes
das Plappern eines redsamen Mundes
nicht Jedermann ist gleich
ein Scheich in seinem Reich
so mancher dreht den Hahn voll auf
und heraus kommt nichts als kaltes Wasser
26/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 49
Daß keiner hier den Glückskäfer zertritt, nur
um den Apfel zu reiben, bis er sich auflöst
wie jener wagemutige Flachatmer, der flachrund
blinkende Köder für die Fische, die sich nicht zierten
auf dem Gipfel ihrer Möglichkeiten abzutauchen in
das stinkende Monument, den Speer der Pseudo
telepathen, die einem Unwirsch um die Nase
fahren für ein Wahr, das war wie ein Moment
von Zucker in der Schokolade, da sonst nichts
war, als diese Schrullen, welche bloß figürlich
Wasser staken.
27/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 50
Geschlechter rollender Wechsel
So unterschiedlich sind die Menschen, der
eine muß im Stehen, der andere kann im
Gehen. Geschlechter wechseln, entgegen
aller Regeln der untergehenden Sonne, die
das ja bloß aus einer unbestimmten Laune
heraus tut. Der Flug einer dunkelen Ente
in den allernächsten Kleiderschrank. Die
Brust der Heiligen am Ohr. Bin ja schon
am Schlesischen Tor, dachte ich, nachdem
die Party vorüber war, wo man mit den
Fingern aß. Grünes Licht für immer.
28/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 51
Vielmehr vermitteln diese bronzenen Plaketten
als Respekt. Die Hände mit fettigen Nudeln eingerieben.
"Thank you for pushing the button!", egal was
passiert. Blaue Striche und rote Punkte; ein Zeichen
von Kompetenz. Die Nacht hat es verbessert! Sie sagte
aber nicht: "Bring mich nach Hause, Crazy Horse!" Und
irgendwo zwischen der Wahrheit war Blut in den
flüchtigen Kuß geflossen. Ich folgte nicht und sagte:
nur: "Hy!" Das Heilkraut in der Dose klackert.
Rhythmus, einwandfrei! Ich habe es mir zur
Gewohnheit gemacht und gelange so dann zur Blüte.
Die Nacht hat schöne Beine. Etwas Rohes
zum Essen hängt in der Luft.
29/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 52
Kontinente prallen heftig aufeinander
Mäander schleichen blindlings umeinander
Schlänglein hängen beißend aneinander
Mutters Kuchen fällt verzehrend auseinander
Finstere Schatten schmelzen formlos miteinander
Räderwerke greifen mahlend ineinander
Lange Haare fallen zopfig durcheinander
Enge Freunde liegen manchmal nahe beieinander
Nackte Sachen sprechen tätlich füreinander
Kontinente prallen heftig aufeinander
25/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 53
Bewiesen ist die Wirksamkeit von Dreck
sehr lange schon
Man frißt ihn und man stirbt
nicht auf der Stelle
(plötzlich) weg davon
26/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 54
Zerkesselter Hirsch, die Strümpfe kaputt
Kein Bock auf Reggae, kein Bock auf Jogging!
Manchmal ist das Ausspucken ein Zeichen,
der Verachtung, manchmal
ein Zeichen der Zugehörigkeit.
Brot für die Vögel!
Der nächste Sturm?
Das ist mir zu exzessiv!
Zucker trinken.
26/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 55
Nichtstrotzdodes. Man sollte Niemanden
prowußt bevozieren, schon garnicht Jemanden
mit sehr viel Energie. Jemanden, der es versteht,
die Dinge beim Namen zernennend, im Maule
dir umzuverdrehen, je fürnach Belieben. Die Worte
dir bis zur Unkenntlichkeit hinein zu verdrehen.
Nichtsrotztoddes und Trotzwegen. Das ist nämlich
ziemlich übergefährlich, wenn nicht sogar
très dangereux wie Feuer mit Feu, sehr schlecht
pour les yeux. O, Oh, Eau, Ohr Mit Fue käm es mir
sicherlich Spanisch vor. Eye, Jeijei! Dichtstonrotzdes
und verdammeter Mist, wie schnell hat man
sich da danebengeraten und ist wie ein Mist
Käferlein dem schleimigen Leim in das Netz gegangen.
30/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 56
Zinnobernde Pausbäckchen mit blechernem
Gekreisch nach Liebe betteln und man sieht
Spatzen auf die Flucht gehen vor schlechten
Wettern, wie vor Hubschrauberen. Sonnenaale
streifen wohltönend ihren Spott an Brücken ab.
Woran man sich den Kopf schön stossen kann
schöner als in Sümpfen, Wäldern, Gipfeln, Höhlen
am rostroten Flecken Jupiters erzeugte Wirbel.
Schmählich im Mondenstich den Wolf gelassen,
nach Liebe auf jeglichem Dach betteln gehend.
26/04/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 57
Staub rieselt von der Wolldecke deines toten
Bettes herab. Im frischen Gras ringeln sich einige
Regenwürmer in Reihen. Glied für Glied schmieden
sie heiße Pläne zur Vermeidung etwaiger Ketten
reaktionen. Deine Uhr ist abgelaufen, du kaufst dir
eine neue. Oberflächlich berührt dein eiskalter
Fuß diese erhitzte Erde. Um tiefer zu gehen, fehlt dir
jedoch der geeignete Spaten. Darüber freuen sich
die Regenwürmer. Du gehst los und kaufst dir
ein neues Bett. Dabei ist der raffinierte Zucker
so hinterhältig, daß er dich mir nichts, dir nichts,
in den Stuhl deines Zahnarztes gezwungen hat,
so dermaßen raffiniert ist er.
--/--/2015 P.S.

Diese Karte ist nicht mehr erhältlich!

Poèmes à la carte - 58
Der Sterbliche, er schleudert seine Axt in
Richtung Sonne, die sich unter Schmerzen
in den Kosmos wälzt. Rein. Theoretisch.
Wie ungestümes Feuer. Staub ist das Produkt
der Reibung, wobei die Schwarte kracht. Doch Vorsicht
vor den bissigen Katzen vom Dorf, sie reiten hin
und wieder auf Kamelen. Gut so, als Gruppen
gänger mit Einzelinstinkt. Auch Bussarde
scheißen in der Symphonie des Lebens. Die
Straße ist naßrot von Autolust. Wozu ein doppelter
Goethe wohl was wert ist? Ein netter Versuch.
03/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 59
Zum Staub saugen gruselig, in edelster Erhabenheit
lehnt sich ein Mensch zum Fenster weit hinaus.
Die Sonne scheint und es zerfällt, nicht ein Vampir
im Duft der Fliederblüten. Schrecken erregende Düfte
strömen in Kanälen, von wimmelndem Leben über
strömenden Kanälen, nie hört man darin die Gesänge
einer Amsel, einer Nachtigall, nicht einmal
Fledermäuse halten sich dort auf, auch selten
Fliegen, auch verirrt sich da kein blauer Wal
erst recht kein weißer, es verirrt sich aller
höchstens dort ein Grauen und Entsetzen
aus Schleim und Blut. Und so ist's gut!
03/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 60
Für ein sonderbares Hinvergehen entkleidet sich
das hübsche Fräulein Makabeere und entledigt
sich des Spelzes ihrer zarten Haut man sieht nur
bloß die Fingerspitzen einer zierlich filigranen
Hand. Und für ein paar moderne Stunden herrscht eine
himmlisch atomare Ruhe, auch ohne Wasserbomben
Wen stört es da, wenn hin und wieder eine ganze Insel,
ganz für sich allein, den Strand verwüstet, um sich dort
aufzuhalten, wenn himmlischer Frieden wütet, wie ein
merkwürdiger Alptraum, wo auch immer sich dieser
in einen Wunschtraum verwandelt.
Jemand muß ihn gefunden haben!?
Was täte man in dieser schnöden Welt nur ohne
Ventilator, für noch mehr Frischluft auf den Gipfeln?
"Mei, oh Mei!"
03/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 61
Und frau zeigt Brust, zerbrochenes Glas zerbirst,
Wasser fließt über die Füße, still. Der Trick dabei ist,
nicht dabei zu bleiben, den Ekel vor Insekten
in Gießharz gebannt, rechteckig am besten
und am allerbesten die farbenfrohen Farben,
die sie stellt, sogleich mit schrillen
Buntheiten daselbst beantwortet,
denn es ist fast Vollmond seinerseits,
wie ihrerseits lunatisch schon
ein Wind um die Scharniere weht.
Es war zum Glück nur Wasser.
03/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 62
Die Lust strahlt jetzt aus allen Dingen, es
fühlt sich gut an, wie ein echtes Bilderbuch
mit Seiten voller Metamorph und Faltern.
Streng gerüchliche Gespenster fallen aus der Rolle,
die man ihnen zugedacht, nicht zu verwechseln
mit den Litfaßsäulen, deren Bauch gekitzelt,
samtweiche Wunden, umwabert vom Phlegma
getüpfelter Monotonie, gespenstische Funktionen.
Halt, eben nicht! Alles Elektrische gerät daran
ins Stocken und wirft verkürzte Schatten auf
die Träger von Sonnenbrillen und von Zigaretten.
04/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 63
Es war halb Tag halb Nacht, als das Gespenst
von dem Phantom genas. Ein Vogel, der in
Wahrheit ein ganz anderer war, der tat die
schönsten hohen Töne in surrealen wunder
baren Versen. Und mit der Wärme einer Nachtigall,
die nur aus Hoffart sang, trieb's die immensen
Lungenflügel bis ins Mark. Und endlich um ein
ganzes Leben, erschien wie Isis und Osiris,
dem Gespenste das Phantom, dessen dämmeriges
Machwerk ihm geisterhaft verstörend vor die Ohren fiel.
Sonderbar, jedoch, tatsächlich hat es sich gelohnt.
05/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 64
Schwalben und Flugzeuge bevölkern den
Zenit, eine gigantische dunkle Wolke schiebt
sich behäbig heran, im staubigen Exil verfängt
sich eine todgeweihte Hummel, hinter geschlossenen
Augenlidern flimmern blauviolette Sternenlichter,
man sieht sie hier zum ersten Mal, unmöglich
ist es nie gewesen, mit Samt verschlagen sein,
die Auslage für das Experiment des Herumdrehens,
bevor es sich herumspricht.
Da umherirrt das Gerücht von Flugzeugen und
Schwalben, die den Himmel bevölkern.
07/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 65
A Nice Try In Jüterbog.
Ohne zu beschreiben, wie man sie unterscheidet
schienen ihr die Schreie bestens gelungen
und in ihrer Einzigartigkeit konnte sie sich nicht bescheiden,
sie ignoriert zu haben.
Was sie als Erator von anderen Intrauteronen
an Reibung in ihren Becher zog,
kam aber von Grund auf sehr verschieden,
wie herbe Seifen.
Sie zwitscherten es in die Abstruse.
Soviel sollte klar sein,
wenn Sie sich ihren perfekten Löwen ans Fell heranholen.
Dann könnten Sie sich höchstens beugen.
und möglichst selbstbewußt ein Zeichen ziehen.
07/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 66
Kunstvoll geschnitzter Komplex aus
hölzerner Empathie. Jaj, das Fesseln
der Springer, ein wirkungsvolles Konzept.
Bis heute noch unerklärlich
wie prüde, das Kind ist bestimmt.
Das Opfern der Bauern. Die riesigen kleinen
Freuden unmittelbar beim Finanzamt.
Keine Dame, kein Gambit. Schon sind
die Läufer schön unterwegs. Schach! Wo
bloß lauert dieser verheerende Turm
in diesem wirbelnden Sturm?
07/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 67
Sie donnern heran, die Wölfe der Nacht.
Kreise schließen sich, da man nichts mehr
mit den Füßen treten kann. Wieder einmal
glimpfelig davon gekommen sind die Silberbarren
und die Münzen. Die Beutel leerten sich im Wind
des Eile keine Grenzen kannte. Woran erkennt
man sie, die reißerischen Szenen? Dieser
Wahnsinn hat Methode, wie der Mond in
seinem konsequenten Lauf. Schon bald ist die
Stadt voller Heuteufel und Metaphern auf
der Suche nach vermaledeiten Stecknadeln.
09/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 68
Wo süße Ideen fatalistisch kursieren,
da taucht man gern ab in die bekömmlichen
Marinaden, in die unergründlichen Gräben
titanischer Begierden zum vermasseln
gründlicher Figuren und solcher Dinger, die man
zwischen heißen Schenklen nicht vergeblich sucht.
Es sei denn aufbereitet die opulente Speise für
die heißen Vögel, da gibt es nichts zu lachen.
Krähen, die Elstern vertreiben! Türen, die an
Angeln sich reiben. Spinnen, die in Netze
dich treiben. Hoch leben die süßen Ideen!?
10/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 69
Wochen später, nachdem sich die Wolken verzogen
hatten, stand die Vulgäre halbnackt in der Tür
und zog die unverschämte Fratze krumm, gerade
als der Hals der Aphrodite etwas länger war als
sonst und leicht geneigt, da schlug sie zu, die
prekäre Tür und es knackte im Raum dahinter
gefährlich, weil das Nashorn erwachte und es
dachte sofort an Türquälerei. Daraufhin
spiegelte es sich im gegenüberliegenden Fenster
und sagte: "Komm! Laß es gut sein!" Und
kaum, daß es dieses gesagt hatte,
da wurde es dunkel im Kleiderschrank.
10/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 70
Weit, weit, weit in der Vergangenheit,
da lag ein grüner See
mit zärtlich umflortem Gesicht,
denn er schmückte sich mit Myriaden von lieblichen
Wasserlinsen und er war weithin umgeben von
traurigen Weiden und klatschnassen Binsen, an seinem
Antlitz brach sich das mondgleiche, fröhliche Licht.
Als ich Kind war und furchtsam und voll tiefer Befangenheit,
da grauste es mir vor diesem seltsamen, lindgrünen Teich,
denn die sumpfigen, schattigen Zonen, die mochte ich damals
doch nicht.
Und auf eine ganz eigenartige Weise vermutete ich,
es hause ein hungriges Monster in diesen dunkelen Gründen,
im Schlamme sich wühlend, mit seinem schmausigen Laich.
Doch in Wahrheit lebte da unten
nicht mal ein einziger winziger Fisch.
Weit, weit, weit in der Vergangenheit,
da lag ein grüner See.
11/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 71
Die sich vertiefen in honorige Memorien
gehen mehr als hundert Schritte. Käse zer
drückender Wahnsinn schweißt mühsam zusammen
die Knochen der ersten Begegnung, die Idee
ist zersprungen zwischen den bekannten
Falten und in dieser hohen Spannung
kreuzen sich viele Wege, so wie es
gewünscht war, man konnte näher
rangehen, bis etwa alles zerfließt
ganz egal wie man es dreht, das Haar
schwimmt in der Suppe, die Katze sitzt im Sack.
13/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 72
Die Geschichte einer Geburt
Sicherlich, die Geschichte einer Geburt ist lang,
unter Umständen sogar sehr lang, viel zu lang,
um sie hier zu dokumentieren.
Tatsache ist, man wurde garantiert unter
Gestöhne und Geschrei und ziemlich sicher
auch von seinem Mütterlein geboren.
Geboren in nicht ganz so wenigen Stunden,
wie es der Geplagten lieb gewesen sein wird.
Es wird also gedauert haben.
Und das kribbelt auf eine ganz besondere Art.
So diabolisch wie die ganze Welt.
13/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 73
Der Irrwisch mit den Projektionen tut das
nicht, tut das nicht da sie wie aus dem
Nichts heraus gepurzelt kamen wie die
Schatten seiner Selbst und deren ganz spontane
Metamorphosen aus dem Kleiderhaus.
Im Hintergrund gurgelnd, Gesichter von Wehmut
gezeichnet. Ja die Nacht hielt sie parat
und das klingt Vielvers sprechend wie
Rundumwellen auf ihre kreiselnde Art
lasziv und raubtierhaft und magisch.
15/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 74
Schade nein, aber ich höre nur wie eine metallene
Erdnuß nach der anderen knackt, schon kann
man erahnen eine winzige Möwe im Stimmbruch.
Die Medizin, die sie nimmt, ist die vom Allerfeinsten.
Die schlägt ihre Pranken in alles hinein, daß sich
die Augen verdunkeln. Problemloser wäre es,
wie auch am angenehmsten, wenn man
sie deshalb vertreibt. Doch weit und breit
ist kein Impuls mehr in Sicht, den man
nach tausend Dimensionen irgendwie
benennen kann.
16/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 75
Was wäre, wenn das nun gar keine Frage wäre?
Wenn man dann zum Beispiel wie die Uhr,
auf einmal ernsthaft sehr gemeine Worte spricht.
Es ließe sich problemloser bedenken,
an diesem Ort, dahingehend,
wohin sich alle Welt versammelt.
Das ist doch ungeheuerlich.
Der Schatten, der sich als sehr trügerisch herausstellt,
der bestimmt hier das Geschlecht.
Das ist doch ungeheuerlich.
Immer, wenn der in die Sonne kam, geschah es,
daß er sich verbrannte, an der Freiheit
und ihren rhythmischen Grenzen.
Das ist doch ungeheuerlich.
Ja, aber was wäre es dann?
18/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 76
Überall dort wo ein weiniges Weib
sich als jemand anderes vorstellt,
da läuft einem das Wasser zum Halse heraus,
hinein in die melancholische Höhle
ohne daß man's gerne möchte.
Könnte man nur Herz erfrischend sein,
schon vom bloßen Hinsehen allein,
wäre es ein wunderliches Vergnügen,
in die Röhren zu schauen, wodurch sich
das Chaos hindurchwälzt aus purer
Pneumamanie mit extraterrestrischem Honich.
Wow, das sieht so richtig giftig aus!
18/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 77
Allmöhlich versteht man, wie Blödsinn funktioneiert.
Abernatürlich! Da die Dose da unheimlich
negative Schatten wirft, sind es die dunklen Seiten
des Schattens auf der Berührungsfläche hinter den Kulissen.
Des Schattens Illusion muß man passieren,
wie die wilde Karde den Neumond bestreift
Das eine Ohr ißt mit, das andere klappert
leise mit den Zähnen. Es öffnet sich der Spalt
zwischen Mensch und Natur, befreit sind
die Farben aus dem Herzen der Sonne
und es entführt uns in eine verklärte Welt
an den Füßen der Kaskaden.
20/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 78
Grizallen mit bizarren Stimmen in dumpfen
stumpfen Tönen schwingen, als steckt ein Hai
in seiner Haut. Die Starren harren weit am
Hang daneben, in die Tangente horchend und
soeben schwanken die Satanen, wobei es
kaum noch darauf ankommt, wie die
kaputten Automaten ihren Kaugummi
bezahlen, denn so wichtig wie ein guter
Hokuspokus, ist nach wie vor ein kapitales
Trauma in der Sauna der Tantiemen.
21/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 79
Die Kugel hält, was man sich von ihr verspricht,
es riecht nach wildes Tier, sehr stark, schon streun
die Linden ihren Seim aus lauter Nettigkeit, ein
Reiher quappt, und über die Zinne versinkt uns
die Zeit, eine ruhende Spinne schluckt es auf, man
rechnet nicht damit, wenn mitten im Getriebe
jemand stehnbleibt, um den Fluß im Nadelöhr
zu halten, zum Markt kommen die Toten zuerst,
stehn dann auf und sie verliern sich im Getriebe,
dem besagten, ja ganze Situationen sind dadurch
bereinigt.
22/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 80
Selten geworden ist der Kopf an den der Sperling
knallt, das Bein auf dem die Biene landet,
der Bahnhof wohin keiner geht. Sie werden
es weichkochen dieses schwarze Licht, das im
Herzen der Stadt triumphiert. So ein Herz
dann zu fangen, das ist garnicht so einfach.
Dieser einmalig schräge Vogel! Das geheimnis
volle runde Ding. Ein Schatten verdirbt nicht,
nicht so leicht wie eine pseudoprismatische
Erscheinung. Ein Kran für das Blaue im Himmel.
Ich kann also tun und lesen, was ich will.
Was macht der Pfau auf dem Spitzengiebel?
24/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 81
Muß wohl ein Knick in der Kreativität gewesen sein.
Man hatte zuviel durch die bunte Brille gesehen.
Prismatische Brechungen blieben dabei unberechnet.
Und man hatte das Ungleichgewicht der Zeit genossen,
inzwischen den Chamäleonen zugesprochen.
Da eine grüne Spinne im Haar!
Der lebendige Mond perigiert über
den monumentalen Säulen.
Die verräterische Geste
und die Laxheit verloren gegangener Schuhe.
Es ist wie der Geruch von Leinöl, schwer
zu ertragen.
Jede Meinung aber muß einmal gegeigt sein!
25/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 82
Weißt du es denn nicht?
Nationalismus ist neben religiösem Fanatismus
die zweitübelste Ursache für schlimme
menschenverachtende Verbrechen!
Ein fiktives Werkzeug der Machtgierigen,
um die Menschen gezielt gegeneinander aufzuwiegeln,
sie in hirnlose Gemetzel hineinzutreiben,
in denen sie sich in grausamer Sinnlosigkeit abschlachten,
während sich die gewissenlosen Kriegstreiber gemütlich
an ihren reich gedeckten Tischen die Wänste vollstopfen
und ihren unermeßlichen Luxus genießen!
Mach die Augen bloß mal auf!
29/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 83
Es ist die Rückkehr zu dem Ort,
an dem erklärtermaßen alles gut wird.
Es gibt kein Helferbein zuviel,
bei der Aktion "Mensch für das Tier"
Wilde Hunde sind unterwegs.
Visionär, burlesk, dramatisch genug,
um sie in nachvollziehbare oder
unverständliche Zusammenhänge zu setzen.
Da wurde also nicht sehr lang gefackelt
und sich den Illusionen tapfer hingegeben.
Aber Achtung, denn der Mond hört mit!
Als ob ein Narr sich von Idioten foppen ließe!
27/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 84
Das Empfangskomittee steht ja schön Spalier,
es wird getestet und gesoffen am komischen Tisch,
mit klebendigen Füßen, dahinter noch, der Nachhall reifen Weines,
plärrt und klingt es ein wenig gleichgültig bis hochnäsig.
Was solls, es macht den grauen Alltag bunter?
Berlin, ein Paradies für Paradiesvögel!
Das wirft schon die Hände vor Entsetzen zu
den Wenns und Abers, es ist ein sonderliches,
komisches Bild, nicht allzu gruselig.
Und man ertappte sich gestern dabei.
30/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 85
Wer schreibt, lügt nicht!
Denn selbst wenn er lügt, was Schreibende ja
sogar sehr oft tun oder tun müssen, so kann er dem
aufmerksamen Leser kaum seinen Geisteszustand,
seine Absichten und Motive, seine Persönlichkeit
oder sein Wesen verbergen. Von daher:
Wer schreibt, der lügt nicht!
Denn hinter dem Geschriebenen ist
der Schreiber splitterfasernackt.
Das Schreiben ist nun einmal ehrlich.
29/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 86
Ein gutes, sicheres Gefühl, deutlich und
klar wahrgenommen in der Effektive und
dennoch dezent unter der Stützung. Oder
vielleicht sprachlich gesehen in feinen
Interaktionen für den Pfirsich und sofort.
Oder war es eine Mandarine?
Und dann, dann regnete es.
Ich hatte ein Recht darauf, ein bißchen
betrunken zu sein und nach Hause zu torkeln,
mich durch gefährliche Passagen
sinnleicht hindurch zu manövrieren.
Du paß bloß auf, ich verlieb mich sonst noch in dich!
31/05/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 87
Lohnenswerte Negativismen!
Mit Nihilismus hat das nichts zu tun,
nicht wie acht echte Schüsse
von hoher literarischer Qualität.
Solche Dinge können dann entstehen,
wenn das dunkle Leben zweier Kerzen
so tief wie die pfahle Sonne steht.
Wie ein Same auf der Warte
hockt ein sardonischer Dämon,
hat viel zu tun und wenig Zeit, kaum Energie.
Seine Freiheit ist die ziemlich dicke Birne,
eine krude Kompostition in Stahl.
Daher schreitende Vögel hinterlassen für ihn,
rissige Zeichen von intraterrestrischem Leben
31/05/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 88
Stockrose vernimmt einen Laut
Stockrose sucht die Quelle des Lauts
Stockrose lauscht aufmerksam den Lauten
Soviel Bauwerk wegen eines einzigen Buchstabens
In den Himmel raget hier die Meinung
Von Menschen die keine klaren Aussagen machen
Artisten arrangieren sich zum Wolkenkratzen
Ihre ersten Versuche zur Aufteilung
eines Stück Zentralberliner Himmels
Sie spannen Lichtbögen aus purer Mechanik
Nichs ist etwas Neues am Tor der Kontroversen
Und Niemand ist im Gang mit Drang zum Labyrinth
Oder im Feuer gewesen
Stockrose vernimmt einen Laut
Stockrose sucht die Quelle des Lauts
Stockrose lauscht aufmerksam den Lauten
Der seltene Mauerhecht Sciurus vulgaris tritt
für gewöhnlich so in Erscheinung als Sciuromorpha
01/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 89
Das ist, weil sich wieder Spannung aufbaute,
daß sich die Welt in ihren Grundrhythmen verlangsamt,
von wegen der verstärkt vermehrten Reibung.
Man kann die Kraft der Blitze schon erahnen ...
Geblendet davon immer hin mancherlei Entscheidungsträger,
aber nach Minuten klingelt doch die Uhr des Moderators
und der wird ab dann meistens ziemlich wachforsch.
Ja, nicht schlecht, Bildbearbeitungsprogrammtechnisch.
02/06/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 90
Ich hör's ja morgen. Wenn nicht, dann les ich's.
Wenn doch, dann lese ich's vielleicht auch,
vielleicht aber auch nicht. Mal seh'n!
Also dann.
Jetzt mach ich mich mal diesbezüglich astronautisch.
Denn der Vollmond kommt in Sicht und immer hin
ist das ein planetarisches Ereignis
der viel zu unterschätzten Art.
02/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 91
Das ist, daß sich die Welt
in ihren Grundrhythmen verlangsamt,
von wegen der verstärkt vermehrten Reibung.
Phasen introvertierten Lesens wechseln mit
Phasen extrovertierten Lebens zu einem
dynamischen Gleichklang.
Die alte abgelegte Haut.
Darunter war real der Eine, der Andere war wirklicher
und stellt sich in Distanz zur Selbstbetrachtung.
Soviel er davon hatte.
Die Freiheit des Künstlers ist eine künstlerische!
Da werden Begehrlichkeiten geweckt.
Da bleibt kein Stein mehr stocken.
03/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 92
Die Riesen haben ein gigantisches Problem.
Im Augenblick auch keine andere Wahl.
Das Porzellan zerschellt zu ihren Füßen.
Wer hätte das jemals gedacht?
Unmittelbar barst auch der Nachbar
in stummer Hinterlassenschaft
zwischen Scheu und Abzorn hin
und hergerissen in illustrem Zirkel
fing der Vogel ein Flugzeug.
Den Rest hätte man ja noch sogut
wie gelten liegen lassen können.
Da rennt ein Tier durch's Dachstübchen!
05/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 93
Die Ratte, die den Weg gekreuzt hat,
suchte nur nach einem Weg für sich.
Ein Haus, das schwärzer wie die Nacht darinnen liegt.
Das Spiel heißt: "Kleine weiße Häkelmasche!"
Danach sucht der Großstadtindianer leidenschaftlich intensiv.
Es spalten sich zudem die Sinnlichkeiten der Nacht,
in die beiden Himmelsrichtungen Holper, Stolper und Egal.
Die Chause, die den Weg gekreuzt hat,
suchte nur nach einem Weg für sich.
Ein Haus, das schwärzer wie die Nacht darinnen liegt.
Das Spiel heißt: "Kleine weiße Häkelmasche!"
06/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 94
Nicht zu verwechseln mit Liebe
Man hätte schwören können
die könnten eine Schleichkatze
von einem Trampelntier kaum unterscheiden
man könnt es sich kaum anhören
wie die armen schreienden Herzen
nach Mißbilligung verlangen
Nun brüstet sich der Edel
nobeler sozialer Wohltaten
Was hat er uns da geschenkt
ein Paradies an Empfindungen
die sich in traumhafte Bilder
und Melodien verwandeln
Nicht zu verwechseln mit Liebe
06/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 95
War es eine Eule oder war es eine Nachtigall,
die in die nachtverzierte Straße eintauchte?
Das Angebot in jedem Fall wird gerne angenommen,
das quasi frische Obst aus Kisten
in den Armen abzutransportieren zum Verzehr
von kaltem Feuer im Äther und Leben!
Sollten wir da nicht mal ein Auge drauf halten?
Und je dem Zoll der Stadt nun sein Tribut servieren?
In diesen Nebeln aus Zink und Stahl
von kaltroten Flammen bestrahlt,
die Nacht.
07/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 96
Und ganz nach dem Motto: "Konsens ist Nonsens!"
schwiegen sie sich stundenlang fest gegeneinander an.
"Ich liebe dich hinein, bis in die Tiefen der Hortensien!"
schrie er plötzlich und stand im ultravioletten Schein
der Flimmeringe, deren unscheinbarer Wirbel
um das Zentrum die Fiebern einer Neuen Welt entblößt.
Nicht das Fasern. "Nein, ich tue keine Suppe in den Hut!"
sprach er und sagte, daß sie nun blau genug sei.
Sie konnte ja nicht ahnen, was sich die Rhododendrien
einander alles zuschreiben.
07/06/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 97
Weeß ick nisch!
Von Carackteeren hab ick keene Aahnung nisch!
Bis in die späte Nacht wird sich dort umgezogen,
man sprach bereits darüber,
wie von der Unterschiedlichkeit der Straßenseiten
Weeß ick nisch!
Kenn ick mir nisch aus!
Sagen wir mal so:
Es gibt Kulissen!
Und nichts wie Weg hier!
Ick weeß aba von Nüscht wat Neuet!
Und, an der nächsten Ecke
hat's schon wieder geknallt!?
Ick weeß von Nüscht!
Dat könnte ick für lau beschwören!
08/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 98
Und das ist der entscheidende Punkt!
Das freut mich wie ein Binsenhund.
Ich kann mir's Grinsen nicht wegbeißen,
vor Kompensation und lauter Esprit,
das Hier durchdringt und Da umgibt,
und macht es inhaltlich vergleichbar,
mit der Bedeutung von der wahren Leere,
bis euch die Flügel wachsen
und noch viel weiter,
wenn es nicht zwischendurch schon
wieder ungültig geworden ist,
im Mund zu fummeln.
09/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 99
Denn keinen Fuchs befällt eine Vollnarkose
im Zeichen des roten Apfels und kein Mensch kennt
seinen wirklichen Namen und trotzdem lautet er anders.
Vor Schreck hielt das Dauern an, als eine gelungene
Gesellschaftssatire in erfrischendem Tempo und schräger
Anachronismus von Witz und Paradox und Tango.
Dann erst erscheint der Supraspinatus nicht
mehr nur als Geist in der Gemüsesuppe,
zerfällt zu Staub und kehrt abrupt nicht wieder.
10/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 100
Was, du willst es verniedlichen,
was die alles für Geld tun,
wie sie die Nerven zerreiben,
die Rücken verbiegen
und die Schädel spalten.
Wie sie, den Feuern des Irrsinns entstiegen,
die Gelder eintreiben,
und so all das Siechen verwalten
Und du willst das gerne verniedlichen,
wie sie die Bürger in ständigem Argwohn
und dauernder Angst und im Schach halten,
im Schachspiel des Grauens und Elends
keiner wahren und wirklichen Existenz.
11/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 101
Myriaden vorhersehbarer Pragmatismen
können es nicht verhindern, daß die Phantasie
mit mir durchgeht, daß sie immer mehr mit mir
durchgeht auf Teufel komm raus und ganz
besondere Düfte erzeugt, die mich berauschen
bis der Gaul dann auch noch mit mir durchgeht
und ich nicht mehr anders kann, als scheinbar
grundlos johlend darauf zuzureiten, auf den
bodenlosen Abgrund, der mich zwingt
die Flügel auszubreiten, den Sternen
entgegen zu gleiten.
11/06/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 102
... nebst einem Nest von Nachtigallen
die Makellosigkeit der saftig grünen ...
nebst einem Nest von Nachtigallen
die Suche im Unendlichen der Ströme
nach herben Weinen die wie aus dem
Nichts nebst einem Nest von Nachtigallen
strömen und Trapsen
nebst einem Nest von Nachtigallen ...
Es ist wie verhext
12/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 103
Ach du eiliges Kaninchenohr,
wie spät es wieder ist,
das hätte man sich niemals
träumen lassen.
Und dabei greift die Hoffnung
den Hasen nur am Schopfe
und wie es ausgesehen hat,
wuchs schnell ein Büschel Gras darüber,
doch war es wohl eine zu große,
lange Spanne von Herausforderung,
um am Ende nicht mehr getan zu haben,
als in der fuchsigen Schlaufe
eines sphärischen Teufelskreislaufs
den nachtverschlafenen Habichtshühnern
ihre kreideweißen Federn auszurupfen.
Schweigend streicht der Mond
über die makabre Szenerie.
12/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 104
Und das andere kommt von Sonstwo
Es ist so einfach und so leicht.
Einfach Klasse!
Denn die Wolken zieh'n nach Norden.
Die heissen Wüstenwinde.
Wie der Blick aus dem Aquarium beweist,
Berlin ist schön und weit und himmelblau.
Dabei äußert sich der Schmerz
in einer Sehnsuchtsferne,
die man im Leben Sonstwo findet.
Ist das nicht schon sehr, sehr komisch?
Gleich neben den Linden!
12/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 105
An die sanfte Nachtfalterin
Mein Tier mit dem Respekt vor der Markierung
will nicht dein Albtraum sein
Anbei akuter Kreislaufvermengung
kriecht die Elektrizität machtvollen vulkanischen Brodelns
Was hat sich nur ereignet
Animalische Inspirationen aus dem Tigergehege
hatten uns den Kopf vollkommen verdreht
Verbranntes Spielzeug und nervöses Blut
Kein klarer Gedanke dringt hier mehr
durch die phantastischen Wirbel kochenden Blutes
das sich in den Herzenskammern vermischt
Die verklärenden Wallungen
Man kann sich garnicht daran sattsehen
Wieder einmal Opfer einer subjektiv übersinnlichen Wahrnehmung
Nur ein unbedachter falscher Schritt und ganze Universen
stürzen unwillkürlich in sich zusammen
Artemis
Zu leicht beeinflußbar
15/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 106
An den toten Nachtfalter
Und um den Preis von Garnichts
gewinnt das flatterhafte Herz
jeweils den hohen Wert von Garnichts
auf dem Rücken liegend
schwankender Flügel
im Fahrtwind vorübereilender Passanten
die Sucht nach einer Lösung
zwischen Treibsand und Sumpf
mitunter nur ein fliehender Gedanke
der unvorsichtig wie er war
sich im Morast verfängt
und schon geht nichts mehr
schon bleibt keine andere Wahl
als abzuwarten bis der nächste Zug fährt
15/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 107
Und du schlägst die Augen auf
Immer noch nur Stacheldraht
Und du siehst drei schneidige Krähen
wie sie den hilflosen Bussard verfolgen
unentwegt und du starrst hinterher
mit der brennenden Frage im Nacken
gleich hinter der Stirn
Wo ist die Freiheit, die man uns
seit Immerdar versprochen hat?
Ein Schatten gleitet unfaßbar erhaben
bestreift die Fassaden der Gleichgültigkeit
mit taumelnder Schwinge verschwindet er
unhörbar in gleißendes Licht
Das Telefon klingelt unerhört
Und du schlägst die Augen auf
Immer noch diese verdammten Spiralen
15/06/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 108
Intuition - Einer dieser Leute
der sich wenige Wochen zuvor
eine derbe Manufaktur gekauft hatte
wurde durch Suggestion in eine zu große Socke gestrickt
die er bislang mit Glück vermieden hat zu tragen
Und es wurde wie vereinbart dann
aber nichts mehr von dem Keuchen gehört
Was läuft falsch?
Die Masche vor den Leisten geteilt
wollen wir uns vorstellen
was immer ihr darunter wollt
15/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 109
Das schreckliche Monstrum hatte Sehnsucht
nach Kunterbunt und Heftig
und drehte völlig durch und eckte
da ist das Für da ist das Wider
wie es im Horoskop gestanden hat genau da
das Wenn und Aber hatte sich vorsichtshalber
bereits in voller Größe aus dem Staub erhoben
und fragte vorlaut:
Wann ist der Kuche endlich fertig?
Die Muse Saturnia aber zog es vor
in der Erinnerung zu schwelgen
und löste Zeit in goldenen Fäden auf
15/06/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 110
Mal in die Übersicht gegangen und
an der Böschung gehangen und
in die Glotze gestiert.
Nein, du entgleitest mir nicht
aus allen unerfindlichen Gründen.
Mit diesen magischen Händen
aufgesammelte Diamanten,
an denen ausnahmsweise mal
kein Fluch, kein Blut klebt.
Weiß der Kuckuck!
Und dabei waren sie so tapfer,
die sich die Mühe gemacht haben
und durchgehalten haben.
Bevor ich das vergessen habe,
daß ihr von diesen Qualen und Torturen
geschenkt und immer
noch nicht genug habt.
Bevor ich das Vergessen habe!
16/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 111
Der nächste Philosophische Schachzug
kam völlig überraschend vehement
mit unerwarteter Verspätung
und bestand aus einer Prüfung
die man dadurch bestand
daß man sie nicht bestand
Es ist wie der verdammte Wahnsinn
Da fehlen einem doch die Worte
Da dreht sich doch der Wind im Schuh
und war beladen mit schwerer Wäsche
und stöhnte unter der Last.
Und dann war viel los
es wurde unangenehem
Im letzten Moment
vor der Erklärung
hatte einer der Beteiligten
den Fuß noch schnell gedreht
16/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 112
Passiert grad soviel!
Das Qualitätssiegel hat wieder zugeschlagen
Wenn du Kopfschmerzen hast
mußt du immer in den Wind gehen
der wird dich im Nu davon befreien
gegebenenfalls aber auf die Ohren aufpassen
Dreist, gleich doppelt
Da seht ihr wo es hinführt
mit den schwarzen Rosen
Ich hab den Eindruck
es geht hier alles immer schneller
Es ist keine schlechte Übung für die Intuition
Gedanken zu erraten.
Es passiert grad soviel!
16/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 113
Wann ist später, Ihr Berserker?
Es ist allerdings äußerst bedenklich,
wenn ihr nicht wißt,
wie ihr irgendwohin gekommen seid.
In die grindigen Mühlen der Überforderung
seid ihr gekommen,
um euch die Augen auszukratzen,
die Nasen lang zu ziehen und schließlich
aller Welt die Ohren voll zu jammern.
Wir aber woll'n mit einem Netz aus Liebe
die ganze Welt überziehen.
Und zwar Jetzt sofort!
17/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 114
Die Zeit scheint ungeeignet je ein Reh
aus seiner Lethargie zu reißen.
Ein Reh, das offensichtlich
nichts anderes mit sich anzustellen weiß,
als Reh zu sein in einem Wald von frischen Trieben.
Liegt da und träumt den Traum von Freiheit.
Während die Herzen verdursten, die Bäume verdursten,
die Köpfe brodeln sturmsinnig mit zuckerheißen Krallenborsten,
Augen schnell wachsend.
Gemeinsam wird die heiße Luft gemahlen.
Schädel spaltender Weckruf,
auf hoher Warte lauern schon die Spatzen, hungrig.
21/07/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 115
Nitroglyzerinnyen spiegeln Salmiakyodalisken
zu deren Füßen Pfefferminzpastillen
psychopathisch parcourieren
Blitz gescheit hat sich das Bonbonbon
den halben Hadeskopf gewaschen
und brachte einen Stern mit zum entflammen
doch mit dem Mond gibt`s keinerlei Probleme
die Brachiale in die Bresche eingeworfen
dynamisch bis ans Ende aller Schleifen
Schlangen sich in aller Plötzlichkeit
man hüllte ein in feine Kleidung sich
23/07/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 116
Da trottet nun der große Hund
verwirrt und
einsam durch die Stadt.
Scheinheiligtum in den Zentralen
tritt über die Ufer, in Ironie getränkt.
Dort wo die Liebe beginnt,
zum schwindelig werden,
zwischen Limousinen,
damit es kälter wird
in Füllen und Gerechten.
Blauen!
Kultiviert die hohe Kunst
der guten Launen,
auch wenn ihr unglücklich seid!
Sprach diese sonders
seltsamen Worte
und löste sich in Lust auf,
um den nächsten
Zug noch zu erreichen.
24/07/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 117
Gestalt wandelnde Nymphe
im Spiel ohne Handlungsbedarf
ist ja wie Versmasseln
in vollendeter Geduld anzunehmen,
zu reflektieren und neu zu sehen.
Es scheint, als verliefen die Tage
spürbar harmonischer, wenn man
jeweils zur Geisterstunde heiratet.
An den Mauern kleben andere Vögel,
steckt immer einer seinen Fuß dazwischen,
Simsalaschlimm dieser ewige Käfer mißt
den Dreck an seinen Fühlern nach
Suggestiven, Brombeern oder Herzensunruh.
25/07/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 118
Wie stark aber ist denn die Liebe, wenn es
not tut? Nicht der Rede wert? Knopf an Knopf
gereihte Träume kompensieren? Das freche Wort,
es juckt doch auf der Zunge, keine Einschußlöcher
zu sehen. Wehe dem, der in den Brei tritt.
Fest gefügtes Stammelsurium verteilt
die Zweisamkeit zur Vielsamkeit, Die Kleinigkeiten,
die das Leben färben, je nachdem.
Wie wenig ist uns dran gelegen?
Feinste Risse locken Fliegen und Rosinen.
Ring abstreifende Dyname tobt.
Wie stark ist die Liebe?
28/07/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 119
Wir schreien uns in diese Welt hinein
aus der wir stumm im Gegenteil
uns eines Tags verabschieden.
Extravaganzen schnellen hervor,
wie abgeschnittene Zungen,
Tränen rieseln leise.
Gefangen von den Sehnsüchten der Teegießer
wedelt genügend kühle Luft zum Unterjubeln
an die Räsonanten, die sich nur allzu gerne
selbst verschlucken.
Dann sind sie weg auf einmal,
die persiflierten Radikalien
aus dem Zuckerharnisch.
Schutzlose Bienen irren umher
in expressiven Flügen,
die Köpfe voller Honigphrasen.
Die Sonne lacht intim.
29/07/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 120
Das Phlegma der Idiosynkraten tut sein übriges.
Du denkst, der Mond steht still und der Himmel bewegt sich.
Eine Impression des kosmischen Reisens.
Da versteht man sich paraxial.
Als wir dann flogen durch die Zeit,
vergaßen wir die Grenzen allen Allchemilchmus,
aßen Freilicht, alle Haut des Lebens,
brachen Eidechsen das Genick
und nickten schicklich Labsal,
rannen dann einher mit Grausen.
Rauch und Räusche schlugen wir
im Zweifel unsrer Angesichtig,
Antlitze vereint gemein samt sonderbarem Spüren.
Rinnsal, Fluten, Hügelgräber
zwischen Träumen.
30/07/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 121
In jener Nacht verdichtet sich
die Atmosphäre, Häute schabend.
Finger packen. Hände hacken.
Augen aus. Die Reize.
Da sproß das Sprießen über die,
die nah am Fluß gelagert.
Bambus aus verflochtenen Halmen
mit viel Salz und Pfeffer.
Schuhe im Wasser,
nach dem Gesetz der Ausgleichung,
ein Ort mit angenehmen Temperaturen
und Menschen mit Stimmen
wie verbranntes Kerzenwachs.
Dreimal umrundend die Acht
für einen Hauch von Weihrauch
springt ein Bild ins Bild hinüber.
30/07/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 122
Krampfhaft verwaldet die Welt,
man verliert so leicht den Überblick
in den polaren Zonen.
Das Kamel, erkennbar an den Schuppen,
frißt sein Gras in aller Ruhe.
Es kann nicht sehen,
daß man es eingetauscht hat
gegen ein Phantom,
obwohl es telepathisch
denken kann und in Figuren.
Figuren, die es kaum durchschauen.
Figuren, welche voll von Körnern
in verschiedenen Reihen folgen,
bis weit in die Sahara.
Wir finden alle einen guten Platz.
31/07/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 123
Wo die elektrischen Tauben mit ihren
nassen Rauschen die Augen nicht ruhig
halten können.
Wir gehen vorbei
an diesem Mülleimer
nur um hineinzukotzend sich
an einem Baum zu lehnen.
Mitten auf der Straße,
im Schatten der großen Kirche
sich zu übergeben mit dem Rest
des Lebens.
Der Rest auf dem Weg zum Kanal.
Zum Glück gibt es Bäume,
an deren Fuß man ruhen kann.
Ausführlich, wie sich dann
herausstellt.
01/08/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 124
Wer dir einen Mund schenkt,
der sieht die Welt noch lange
nicht mit deinen Augen,
die Farben.
Wer dir ein Ohr leiht,
der tanzt noch lange
nicht nach deiner Nase,
die Düfte.
Wer dir die Hand reicht,
der hört noch lange
nicht die gleichen Lieder,
die Töne.
Und wer dir einen Blick zuwirft,
der spricht noch lange
nicht von Äpfeln, Muscheln oder Birnen.
Wer dich nicht riechen kann,
ist lange noch
nicht ohne eigene Meinung.
03/08/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 125
Man hatte völlig vergessen,
sich darüber zu ärgern.
Jede Hose hatte ihr eigenes Gesicht.
Der See mit seiner zweiten Haut
formt hier ein Bild
von nackten Ringeltauben
auf nackten Walnußbäumen,
umtanzt von nackten Schmetterlingen
prangt dazu nackter Baldrian,
den wiederum belagern
nackte Hummeln prächtig.
Kein Wunder, daß die nackten Fische
sich in Scharen den Blicken
nackter Eichhörnchen entziehen.
Und so verhält sich das
mit allen Tatsachen.
04/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 126
Wie wohl ein leichtes Zittern
dem Erwachen voran geht,
so hat’s die Mulde lieber gern,
wie die Erfahrung uns das lehrt,
was es bedeutet,
durch das Fehlen wird man ganz
benommen.
Des Geistes zerstörte Illusionen ragen
dem blasierten Affen aus dem Kragen.
In der Küche sitzt ein Eisbär
nicht nur dumm herum.
Ein spontaner Wind bricht
den Stab gleich doppelt,
konstruiert gefährliche Spitzen.
04/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 127
Es geht ein Schrei durch ganz Berlin
Nötigung - Erpressung - Nepp
und Psychoterror
Die Tauben versammeln sich
auf taubenrelevanten Plätzen,
herausfordernd flexibel
in der Wahl ihres Verhaltens.
Sie haben keine Tränen mehr.
Der Mond steht halb und halb
und niemand hört sein Schluchzen,
die Seufzer der Verzweiflung.
Es geht ein Schrei durch.
06/08/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 128
Mann fügt sich nahtlos
ein in das große "Fast-Geschafft",
schnappt gierig nach Erleichterung
und tanzt wie eine quirle Feder,
trotzend dem gewichtigen Gewicht.
Die Lebenszeichensymphonie bricht
sich an der Kante einer endlos blauen Wand
und es genügt nicht, kann auch nie genügen,
man muß zunächst dahintersteigen,
um nicht zu demoralisieren am Perfektum.
09/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 129
Die flackernden Lichter in der Nacht.
Auf einen Pfiff kreisen drei Sterne um
die Spitze eines Nadelbaums,
der Stiche austeilt,
um nichts zu beweisen.
Entführtes Herz
unter mediterranem, kühlem Himmel
hat an Liebe sich geschnitten,
hat kaum ein Lächeln übrig.
Da hat sie den Salat.
Man verläuft sich so ohne auch
nicht in Sonstwo,
so ohne Resonanz in Körperlosigkeit.
Die kleinste Fliege tanzt
den Lymphopathen um die Nasen.
Züge, tosende Willensbrecher.
Niemand wartet bis der Himmel
voller Wespen ist
und seien sie geschenkt.
09/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 130
Ein echter Geist hat immer alle Hände
voll zu tun
und Sauerstoff zum lüften.
Bitte nicht vergessen,
renitente Flecken auszuwaschen,
alles glatt zu bügeln aus Passion,
denn das Motiv des Lebens hat sich
zu oft darin festgebissen.
Unbarmherzig quellen Steine aller Art
aus der Nabelschnur des Universums;
Reichtum, unerhörter Reichtum;
das Glänzen der Augen ähnelt den Sternen
entfernt.
Nur wenige Fingerspitzen weiter erblüht
ein Sträußchen von Phantasie.
Der Kessel kocht.
Asphalt ist fast fertig.
10/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 131
Der Sämann streut die Saat des Glücks aus vollen Händen.
Der Schemen einer Ente jagt der späten Sonne hinterher;
doch ohne Starrsinn können sich Elektromäuler nimmer fetzen.
Dann kursieren ölige Substanzen.
Die Tauben sind toll in ihrem Kreisen vor
der weißen Wand des Wahnsinns,
dieses unbekannten Wahnsinns, der uns alle antreibt.
Dieser schreckliche Sternschnupfen,
die Perseiden sind beinah vornüber.
Soll es fortan denn weniger an Mißverständnis geben?
Hibiskus blüht sehr langsam.
11/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 132
Die Existenz kann man doch
unumwunden zugeben.
Kräuter, hilfreiche Wesen aus
dem Käfig der Natur,
die sich ohne jeden Pessimismus
furchtbar aufbäumen.
Beklemmende Gedanken,
so zwischen Tür und Angel.
Auch ein Blesshuhn schaukelt selig auf
den windgewalkten Wogen des Kanals.
Auch der Schlauch im Kopf ereifert sich,
schwappt über.
So das Fazit dieser reziproken Kreise.
Soweit ich weiß, dreht sich die Sonne
niemals um den Mond.
Soweit ich weiß, dreht sich die Sonne
niemals um den Mond!
13/08/2015 P.S.

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Poèmes à la carte - 133
Gehirngemetzel in aller Unvoreinbenommenheit.
Selbst undramatisch, kapriziös gestaltet,
springt der zerebrale Holzbock
durch die frischen Sägespäne seiner Taten.
Es findet statt der Rückzug in das Anonyme.
Denkgebilde, mein Herz macht es spannend, vibriert.
Quarzklare Wahrheit läßt gerne auf sich warten.
Das Schwein im Stall verfällt der unverblümten Raserei.
Welche Rosen wachsen dort am finstern Horizont?
Verlogener Horizont, geschmückt mit falschen Wolken.
Das Wesentliche aber lagert sich im Katzensinn,
der frei von Vorurteilen und Gefühlen irisiert,
die kalte Schlange bannt.
Die kalte Schlange Egozentrik.
14/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 134
Was aber war der Auslöser für diese
fragwürdigen Ereignisse?
War es eine
schreckliche Vermutung?
Ein kleiner Stein von
Machu Picchu, der sich löste und
im Verlauf seines Hinabrollens
ganze Wälder mit sich riß,
wobei er unablässig eine
dämonisch grinsende Fratze zeigte?
Und auf den letzten Drücker reagierte jene
Schulter blätternd in den Saiten der Geschichte.
Der Schmerz im siebten Haar von links
kam nicht von Ungefähr.
Das Schicksal kratzt
mit harter Bürste.
Man sammelt Wasser in
den Ohren.
14/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 135
Sowieso, wir sitzen falsch.
Es regnet draußen
unerfüllbare Lüste.
Das sonderbare Verhalten
der Schwäne.
Die Nähe des Tropfens
zum Wasser.
Ein Falter klatscht
gegen die Mauer
des Imperators.
Der Fluß singt
sein Lied
vom kräftigen Kopfschuß.
Wir sehen
die Sternschnuppen mit Flügeln
und werfen ein Geld
in die Fluten.
Das sonderbare Verhalten der Schwäne
beim Photographieren.
Als ob wir es wüßten,
sitzen wir falsch!
Richtig!
Unerfüllbare Lüste!
Als ob wir es wüßten,
klatschet ein Falter
gegen die Mauer.
15/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 136
Aufreizend ruhig und gleichmäßig ticken die Uhren.
Verstörend, der Schwung in die Peripherie.
Durch nichts zu bewegen, die Starrheit.
Eilig beugt sich ein Finger bevor
noch ein Knochen zerbricht.
Vierblättriges Kleeblatt in leuchtendem Rot.
Aphrodisierte Vögel im Irrsinnsaufwind.
Blitze und Donner haben die Kulisse
betont und beleuchtet.
Und um Welten verschoben, die Realität.
Wieder einmal ist es ein Sonntag gewesen,
der es gebracht hat.
Die Welt hat sich einmal
um ihre eigene Achse gedreht
und mit ihr die Erde.
17/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 137
Mit Monotonie sollte man anfangen.
Einer brüllt, einer schreit
und keiner kann etwas dafür.
Geschlagen hat die volle Stunde
dem Kissen ins Gesicht.
Ein Glas liegt zerbrochen
zu Ikarus` Füßen.
Es gibt Neues zur Sterilität,
eine Rückenparty aus dem ersten Stegreif.
Der Trabentenstadt kann das nichts schaden,
die Depression, die mit Unendlichkeit
verbunden ist.
Vermögen schrumpft zu Unvermögen.
Es ist erschütternd,
wie sehr es in der Luft liegt.
20/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 138
Verrottete Tomaten in ziemlicher Unordnung,
aus gepresstem Blut entnahmen sie ihr Mark,
paarweise unterwegs auf neuen Wegen.
Wer weiß, wozu es gut ist?
Simpler Aberglaube.
Deliziösität von feiner Konsistenz.
Die hypochondrischen Vampire teilen streng
die besten Gräten unter sich.
Hierarchien zerfallen zu Staub, gespenstisch.
Der Hall von ungewohnt vernünft`gen Worten
untermalt das allgemeine Thema
von der großen Armut üppig.
Es war bestimmt
noch nicht das letzte Mahl.
21/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 139
Wen da die Flucht nicht rettet.
Ist es denn die Möglichkeit?
Mein höchstes Credo: Angst und Panik!
Die Dame mit dem Bein am Fuß,
dem Folterkasten einen Gruß,
feinsinnig stimmt die Fliege ein,
wen da die Flucht nicht rettet,
in phantasmagorisch angehauchte
Kalamitäten,
gequetscht in den Zustand
dauerhafter Schläfrigkeit
durch Fiesimatenten.
25/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 140
Früher oder später
kommt es zu Vertraulichkeiten,
die den Rahmen sprengen.
Grün, wohin die Nase führt,
da es die gute Nachricht
durch die schlechte bald bedingt,
da ist es das,
was die Giraffen essen.
Welken Blätter für den Herbst,
streut sich Laub auf allen Wegen,
zynisch verzehrend
die obskuren Wendungen des Alltags.
Zwischen niedrigen Zeilen ein Mond,
rotes Leben gebärend.
Sicherheit hat immer etwas Trügerisches.
Aufdringlich nervig wie Fliegen
nimmt Zeit sich
den Anspruch auf das Warten.
Ein Koffer mit goldenen Knöpfen
wartet an jedem Bahnhof.
26/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 141
Der Spinnweb im Blutbad läßt es uns vermuten,
es ist schon lange her, daß man`s getan hat,
mit leuchtenden Augen in der Luft zu hängen,
nichts ahnend Lust zu simulieren.
Sämtliche Metaphern sind vergriffen.
Es droht auch keinerlei Gefahr von keiner Seite.
Wir schweigen uns dem Abend entgegen!
Dahinter die Nacht birgt gleichfalls keine Schrecken.
Wir schweigen, die Gewohnheit macht es möglich!
Wir schweigen und der Morgen mit metallischem Glanz
hält uns gefangen bis in den späten Nachmittag!
Es sind keine Spinnen zu sehen.
28/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 142
Glatt polierte Lippen.
Steine wissen mehr als wir.
Es ist nichts,
als die Erfordernisse des Moments.
Möglicherweise dem Frieden dient,
gerade noch so,
der Erfindungsreichtum von Kindern.
Kein Nein ist sinnlos gesprochen,
wenn es das Ja nicht
vollkommen ausschließt!?
Wir haben ein Patent für alle
Lösungen parat.
Nicht, daß man zuviel denkt,
wie eine betrunkene Wespe,
die sich den Kopf verrenkt,
wenn sie sich die Fühler putzt,
daß man über seltsame
Gefühle stutzt.
So plötzlich!
30/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 143
Mit dem Mond im Zenith
kehrt ein Deja-Vu mir zurück.
Gefangen in der Falle
pflanzlichen Bewußtseins
sitzt die Fliege,
meditiert sich fort mit Reflektionen
milchig klaren Mondlichts
zurück in die Vergangenheit,
weil das so sein muß.
Harrt dort in Erwartung eines Zeichens,
um zu wissen, wo es lang geht.
Und es interessiert sie zu erfahren,
warum ein jedes Licht erlischt.
Sie ist nur noch ein
letztes Puzzlestück
von ihrem großen Bild entfernt.
31/08/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 144
Das Nachäffen an sich
ist eine prima Technik
des Kopierens.
Das Nachäffen des Nachäffens,
eine Komödie.
Wahr an diesen Worten sind
die tierischen Bemerkungen
nicht wenig.
Alle Welt lernt voneinander sein
Verhalten.
Vielfach anders sind wir
Individuen und Lebensgeister.
Die Farben der Haut betreffend
sind Kontroversen offensichtlich
sehr erwünscht?!
"Ich mag nicht die Schwarzen!"
"Ich mag nicht die Roten!"
"Ich mag nicht die Gelben!"
"Ich mag nicht die Weißen!"
Ich mag nur die Bunten!
02/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 145
Unsterblich eine einzige
Schwadron von Karneolen,
in Direktheit gerne ausweichend,
solidarisch wie ein kompetenter
Kaktus mit vorlautem Mundwerk,
der Erziehungsprobleme hatte
in seiner Jugend.
Wie welke Blätter fallen
Spatzen von den Bäumen
in den Wind.
Es bleibt kaum Zeit
zum Reagieren.
In den kompakten Strudel
zieht’s die Kabeljaue,
Rücken an Rücken,
vor die dunklen Wolken aus
gefrorener Schokolade.
Ein kleines Stück von
Regenbogen leuchtet auf
Saphiren.
06/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 146
Erinnern wir uns an Momente
in denen Tiere Schutz suchten
Der weiße Schaum des Meeres
krönte Aphrodite
die wollte warten an der Malve
bis die purpurrote Blüte fällt
Kein Wort zuviel ist da zu wenig
wo die Wogen nicht so glatt sind
und dem Impulse blind gefolgt
sind Rosenblätter schnell gezupft
dem Knoten im Nacken trotzt
kein schwerer Anker mehr
Die Gischt des Augenblickes
übersprüht die Inslen der Gehirne
bis ins Tal der tiefen Träume
Dort badet eine scheue Perle
08/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 147
Ein arges Ungestüm umrahmt mit Vorliebe
macht Schwanken zum Erlebnis voller Wonne
Der Griff ins Leere kultiviert den Umschwung
in die Vollen
Lachen und Juwelchen für ein Leben
aus der Kiste
Die Kommunikative klebt beseelt
an der letzten makabren Tür
und Hermes pflegt den goldenen Schuh
zu tragen
man spricht davon in vielen Sprachen
Davon wird alles Aberbesser
man ist und wird
gegessen und über die Daumen gepeilt
seit Tausenden von Jahren
ausgespuckt als Ungenießbar
09/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 148
Wer schneuzt sich heute noch in frischen Hummer,
um die Kümmernisse zu vergessen.
Zum Platzen der Hände ist die Nacht wohl geeignet,
um die Körper in ihren Massen zu messen.
Und zu Kapern sprechende Störenfriede
entledigen sich ihrer Verdienste am Kaviar
mithin den Austern dämmert zähe Finsterkeit,
ihre natürlich anhaftenden Schranken vor Champagner
und dem Manne des Gebeins am Tastenapparat,
der mit den wasserlöslichen Eigenschaften
jäh das Innerste aufräumt, sich immer wieder aufbäumt
gegen die Verrücktheit der Welt.
13/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 149
Und plötzlich riech ich etwas
völlig anderes, Süßes,
süß wie Milch, die man
den Frauen bringt,
auf daß die Brüste wieder
schwellen (mögen).
Interessant sind die Farben
einiger Hosen.
Jetzt kann man gefahrlos
in die Sonne schauen,
eine klebrige Substanz umgibt sie.
In einer unscheinbaren Ecke liegt
ein toter Winkel dröge vor sich hin.
--/--/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 150
Nach keinem Blick in den Kalender fliegt
die Fledermaus in der Planetengasse
für ein Fest für die Sinne,
hat dem Sinn für das Feste den Schwalben
um kein Stück weit voraus.
Waghalsig die Flüge,
der Bann ist gebrochen,
viel weiter als die Peitsche schwang.
Zwar ewig diese Schlepperei
von Sachen und Zeug,
die man unwillkürlich mit sich reißt.
Für solch eine Liebe sind
tausende Blüten gestorben.
21/06/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 151
Sporadischen Hypochondrien zufolge,
geht uns das Geld an einem Montag aus.
Es ist schwierig zu sagen warum und wieso.
Die Fluten aller Meere kennen keine Hindernisse,
kennen allerdings auch kein Begehren.
Es kann nur ein vornehmer Mantel sein,
der sich im Wald an die Zäune drängt.
Jeder letzte Platz ist etwas
Besonderes da Gegenüber.
Die Quelle da Wildheit entspringt
flüstert heimlich von rauschenden Sphären.
Ganz ehrlich, man höre und staune!
14/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 152
Grünes, außerordentlich subtil beflügeltes Gespenstertier
ist gekommen, die große Lüge zu entlarven.
Hurra! Und aus sind alle Träume.
Kaum spürbar sind die Riesenpflöcke in den Herzen.
Ein Meteor hat eine Riesenschlucht ins Bild gerissen.
All, das Unglück kommt von Außen,
es handelt sich bloß um Verdrängung von Materie.
Die Heuler der Sonne im Untergang könnten
diamantene Taler auf ein Kuchenblech verschieben.
Die hinken sogar leise klirrend nach.
14/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 153
Die, seit sie mehr kursierte,
hatte sie ihre komplett einzigartige
Liebenswürdigkeit verloren.
Sie sieht jetzt aus wie die meisten anderen
und hat auch an Übersichtlichkeit
stark eingebüßt.
Zudem scheint mir die Seele in der Mitte
nicht mehr vorhanden.
14/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 154
Man sollte einfach zu bestimmten Zeitpunkten,
vor allem des Nachts,
keine bedeutsamen Aussagen mehr tätigen.
  •   •   •  
Natürlich beweisen sie garnichts.
Aber das Gute, vor allem das Bessere,
ist richtig gut, denn es besagt praktisch alles.
Schön, Horizont mit Lichtverlauf und Silhouetten,
die aber jetzt wirklich nicht zwingend notwendig sind,
aber den schönen Nebeneffekt haben sie,
um den Lichtverlauf besser zu kontrastieren,
schon allein wichtig durch die Farbgebung.
  •   •   •  
Nach tiefgehender Betrachtung muß ich
nun nämlich sagen:"Vergiß alles!"
  •   •   •  
"Wie gesagt, vergiß alles!"
Nach tiefgehender Betrachtung muß ich nun sagen,
"Da bin ich mir nun doch sehr sicher!"
  •   •   •  
Vielleicht wurde die Aussagekraft
mit einer Art Verwirrungsmittel
oder zum Beispiel durch Entpolarisation verfälscht,
um den Betrachter und alle seine Nachkommen
etwa bewußt in die Irre zu führen,
bis es dir noch jeder abgekauft hat.
  •   •   •  
Das einzige Plus, das ich bis jetzt sehe?
Weißer Hintergrund, wie langweilig!
14/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 155
Ungebrochen in der Hysterie wütet die Furie
und klagt und hebt den Blick,
der Himmel füllt sich mit lilarosagelben Wolken.
Ein Lebensblatt wächst über sich hinaus,
zwanzig Rösser toben mit,
so böse funkelnd wie das Leben selbst.
Der Kannibale verzehrt sich nach Liebe
und fühlt sich wie gerädert.
Krude Realitätsnähe, eine trübe Brühe,
gerne vermenschlicht, hat sich
verbissen in bizarrere Konturen für ein
schmales Bündel bestechender Blicke.
In Sattheit ruhen die rauchigen Pranken.
Lust wandelt flanierend.
17/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 156
Die alten Gewohnheiten charmieren doch sehr an den Genen.
Schädelflausen von hohem Stopfgewicht ergründen die Magie,
den Symbolismus einer goldgefärbten Säule.
Zu den positiven Reziprozitäten gehören einprägsame Namen,
die man gleich wieder vergißt.
Albtraumartig! Myosotis zum exakten Zeitpunkt.
Erschütterung in Wogen dreht die Runden.
Und immer besser steht der Mensch im Mittelpunkt,
entspricht dem Zweck im Wesen.
In schöner Landschaft haben Sicheln einen großen Reiz.
17/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 157
Es ist aber auch eine Kunst,
Menschen festzuhalten.
In bestimmten Momenten
betrifft uns das als Menschen
wohl immer am direktesten.
Der nächste Schauplatz
verschlingt erneut Millionen
Während die Stimmungen schwanken
liegt das Meer spiegelglatt,
stets bereits einen Berg zu versetzen
in die Schönschläferei.
Es ist aber auch eine Kunst,
ein Menschenfest zu halten
und einen Strudel zu backen
den man gemeinsam verschlingt.
18/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 158
Schwarzweiße Gedanken schaffen
das farbenfroheste Spektrum
vergleichsweise harmlos,
alles vereinfachend.
Natürlich seltene Vögel
in konstanter, schneller Reihenfolge
bilden eine logische Kette
aus Drachen, Torten und Torturen;
auch nicht ohne, eine Anemone.
Ans Denken wird hierbei noch nicht gedacht,
nicht an Seelen voller Streuseeligkeit,
nicht an das Ende eines Zweiges ohne Blätter.
Die Spitze eines Eisbergs ragt
dem Herbst entgegen.
Die süßen Früchte gären
in den Marmeladengläsern.
Für gerechte Verteilung
wird sich gesorgt.
21/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 159
Das Aufblitzen der Sonne belebt das Auge
mit einem Feuer, nach dem es uns dürstet,
wie nach paranormalen Bagatellen im Absorb,
die man gelegentlich mit einbeziehen sollte
ins Kalkül der tropisch angelegten Gärten.
In Butter liegt sich’s gut bei jeder Krisis.
Wenn in pittoresken Linien die Kraft
eines lebendig sterbenden Sonnenstiches
aus den dunklen Fluren kriecht und langsam
entgleitet den glühenden Händen das Spiel,
dann drängen die Strahlen der Iris ins Zentrum,
die Pupille verzehrt den Moment augenblicklich.
Wir sehen uns umringt von flammenden Begierden.
22/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 160
Durch das Hängen am seidenen Faden
hat man üblicherweise den Vorteil
beinahe zu schweben.
Es gehört somit zu den schöneren
Dingen des Lebens.
Also spinn ich, wenn möglich,
in jeden Tag mich hinein,
um gemütlich zu schaukeln
zwischen den Ringen,
woran man Pole und Äquator
festen Weges verankert hat,
damit nichts Unvorhersehbares
in die Zwischenräume quillt.
Und also spinn ich so unmöglich,
wie’s mir möglich ist
und werf mich in die Seile nach Belieben,
wobei die Spur der Schnur sich
irgendwann im weiten Nichts verliert.
Du! Fliege!
23/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 161
Aus den Rippen gelesen hat man
dem hungrigen Tier seine Malträtierung,
es rennt um die Ehre zu schonen
und ohne Nachgedanken seinem
tiefen Schatten hinterher und nimmt
mehrmals den Mund voll, so ziemlich voll,
daß es kracht an allen Nähten und Fugen,
durchläuft alle Stadien wie in Trance.
Die Farbe des Pferdes aber spielt
beim Rennen keine besondere Rolle.
Viel wichtiger sind das Alter und das
Gejocke des Reiters, eventuell auch der
Verwandtschaftsgrad inmitten des Getöses.
Da säuft die Kiste ab zur höchsten Zeit.
Die Uhr erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
23/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 162
Spelziger Hafer imitiert weiches Haar
wann immer es geht, um der bloßen Erwähnung willen.
Ausnahmsweise könnte es auch Kleie sein,
die wollt am liebsten kurzfristig verkümmern,
so als gäb es keine andere Möglichkeit,
um zu beweisen, daß es jemals glänzend war.
Daher kommt es uns sehr schön vor,
wenn ein Spiegel dreist bis schamlos lügt.
Feuer und Eis auf der Oberfläche des Sees
sind die Wahrheit und nichts als die Wahrheit,
so dystopisch es auch aussieht.
Stichhaltig herb sollte Spannung schon sein.
24/09/2015 P.S.

Poèmes à la carte - 163
Baumlanges Abwarten und ruckartiges Umdrehen
betrübt nicht die großen unbekannten Komponenten
der grundvergnügten Beißwerkzeugen.
Also lautet nun das Pseudonym des Tages,
dessen ziseliertes Klöppeln
wie ein Windspiel in den Ohren klingt.
Violett ist nett als Antwort auf die roten Wellen
eines ausgemachten Stofftiers.
Auf freier Wildbahn leben weiße pelzige Nebel
in verdammt perfekten Welten.
Vielfalt ist der Kniff der grauen Schwaden,
darum sie kurzfristig spontan
die heißen Atmosphären abverlassen.
Und das, das war es dann!
27/09/2015 P.S.

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